Life Sciences · Bestandsplanung & Finanzen

Globale Bestandsprognose in Menge und Wert

Wie entwickeln sich Bestände in Menge und Wert? PROVADIT unterstützt eine globale Bestandsprognose mit logistischer und finanzieller Sicht. Die Lösung bildet auch Transitbestände (Goods in Transit), Subcontracting und Triangulierung ab und bezieht damit komplexe Bestandsbewegungen in einen konsistenten Ausblick ein.

Die Fallstudie entdecken
Branche
Life Sciences · Bestandsplanung & Finanzen
Unsere Rolle
Lösungsspezifikation und laufende fachlich-technische Weiterentwicklung
Schwerpunkte & Technologien
SAP APO liveCache · Kinaxis · OMP OPR
Umfang
Konzernweite Lösung über mehrere Geschäftsbereiche · Im Einsatz und in Weiterentwicklung

Kunde anonymisiert.

Die Ausgangslage

Wie werden sich die Bestände entwickeln, und was treibt die Veränderung?

Eine globale Life-Sciences-Gruppe arbeitete mit unterschiedlichen Bestandsprognosen ihrer Geschäftsbereiche und Standorte. Die Berechnungslogik variierte, Eingaben wurden manuell aufbereitet und eine gemeinsame Sicht auf historische Bestände, physische Mengen, finanzielle Eigentumsverhältnisse, geplante Aufträge und Transitbestände fehlte. Dadurch entstand wiederkehrender Aufwand, und die Prognosen liessen sich zwischen Werken, Gesellschaften und Geschäftsbereichen nur schwer vergleichen.

Physisch vorhandener Bestand, finanziell zugeordneter Bestand und die Darstellung im Planungssystem stimmen nicht immer überein. Konzerninterne Bewegungen und Transitbestände können scheinbare Bestandssprünge erzeugen, wenn diese Sichten vermischt werden. Die konzernweite Prognose musste die Unterschiede sichtbar halten und zugleich nach einer einheitlichen Methode rechnen.

Unser Beitrag

PROVADITs Beitrag

PROVADIT spezifiziert die Lösung und entwickelt sie fachlich und technisch weiter. Dabei werden Anforderungen in Prognoseregeln, den Umgang mit Sonderfällen und nutzbare Analysesichten übersetzt. PROVADIT entwickelte zudem einen liveCache-Emulator, der Planungselemente aus Kinaxis und OMP OPR für die bestehende Prognoselogik nutzbar macht. Die Arbeit verbindet Supply-Planung, Bestandssteuerung und Finanzen mit den kundenseitigen Planungs- und Datenteams.

  1. Eine gemeinsame Prognosegrundlage definieren

    Die Lösung verbindet Ist-Bestände aus dem zentralen Bestands- und Finanzreporting mit Plandaten aus SAP Advanced Planning and Optimization (APO), Kinaxis und OMP OPR. Sie prognostiziert den Monatsendbestand je Material und Werk für bis zu 36 Monate und stellt zwölf Monate historischer Ist-Werte daneben. Die Ergebnisse lassen sich unter anderem nach Gesellschaft, Material, Marke, Geschäftsbereich, Planungsverantwortung und regionaler Hierarchie verdichten.

  2. Planungssysteme über einen liveCache-Emulator anbinden

    PROVADIT entwickelte einen Emulator, der Planungselemente aus Kinaxis und OMP OPR in dieselbe Struktur und Darstellung überführt, wie sie SAP APO liveCache bereitstellen würde. Fehlende Felder oder Planungselemente wurden simuliert oder aus ergänzenden Quellen wie SAP ECC und S/4HANA rekonstruiert. Dadurch erhält die bestehende Bestandsprognose die Plandaten aus unterschiedlichen Quellsystemen in einer einheitlichen Form.

  3. Planungsregeln und Sonderfälle ausarbeiten

    Die Lösung berücksichtigt unterschiedliche fachliche Planungsregeln. Zugänge aus mehrmonatigen Produktionskampagnen werden anteilig nach Kalendertagen verteilt. Entkopplungsregeln schliessen definierte Kombinationen aus Auftragskategorien und Planungsstrategien nach einer festgelegten Rangfolge aus. Bestand, der bereits an einem Standort liegt, aber noch nicht nutzbar ist, wird separat in Menge und Wert geführt und im physischen sowie finanziell zugeordneten Bestand berücksichtigt. Auch externe Verkäufe erhalten eigene Mengen- und Wertkennzahlen.

  4. Vergleiche und laufende Verbesserung ermöglichen

    Die Lösung speichert monatliche Prognosestände sowie gesonderte Versionen zu festgelegten Planungsstichtagen. Eine definierte Aufbewahrung ermöglicht den Vergleich mit früheren Prognosen und späteren Ist-Werten. Neue Anforderungen an Umfang, Bewertung, historische Details, Planungsregeln und Genauigkeitsmessung fliessen in die laufende Weiterentwicklung des Produkts ein.

Einblick in die Arbeit

Fünf Bausteine für einen nachvollziehbaren Ausblick.

Die Lösung verbindet eine gemeinsame Berechnungsmethode mit klaren Regeln für Eigentum, Transport, Bewertung und unvollständige Plandaten.

  1. Drei Bestandsgrundlagen

    Die Prognose wird parallel aus dem logistischen Bestand, dem finanziell zugeordneten Bestand und der Bestandssicht des Planungssystems abgeleitet. Sie bietet sowohl eine logistische als auch eine finanzielle Sicht und macht Abweichungen zwischen den Grundlagen sichtbar. Physischer Bestand und finanzielles Eigentum bleiben dadurch bei der Betrachtung von Transfers und Transitbeständen unterscheidbar.

  2. Transitbestände, Subcontracting und Triangulierung

    Definierte Auftragskategorien, Versand- und Empfangszeiträume, Standorte und Gesellschaften bestimmen, welche Mengen als Transitbestand gelten. Wareneingangsvorlaufzeiten und Werkskalender fliessen in die Terminberechnung ein. Transitbestände bleiben eine eigene Kennzahl in der logistischen und finanziellen Prognose und verzerren dadurch nicht die Summen der Zu- und Abgänge. Auch Subcontracting und Triangulierung werden in beiden Bestandssichten korrekt abgebildet.

  3. Nachvollziehbare Veränderungstreiber

    Eine Steuertabelle ordnet Auftragskategorien einheitlichen Gruppen zu, etwa Bestandsbewegungen, geplanten und bestätigten Zu- und Abgängen, Verkäufen, Prognosebedarfen und Verfallseffekten. Die Treiberanalyse zeigt für einen gewählten Zeitraum die grössten Beiträge. Mengen- und Wertabweichungen, Schwellenwerte und eine Auswahl der stärksten Treiber unterstützen die Auswertung auf der benötigten Aggregationsebene.

  4. Mengen und Werte mit klarer Preisbasis

    Prognostizierte Mengen werden anhand der Bewertungskonten und der zuletzt verfügbaren Preise in Werte umgerechnet. Je nach Analyse stehen lokale oder konsolidierte Preise sowie Ist- oder Plan- und Budgetansätze zur Auswahl. Eine feste Bewertung verwendet denselben Preis für historische und künftige Perioden. Dadurch lassen sich mengenbedingte Veränderungen von Preiseffekten trennen.

  5. Klare Regeln bei unzureichenden Plandaten

    Jede Kombination aus Material und Werk wird anhand ihrer Bestandshistorie, Aktivität und Konfiguration im Planungssystem sowie künftiger Zu- und Abgänge eingeordnet. Bei ausreichender Datengrundlage greift die Standardprognose. Bei unzureichenden Daten kann der aktuelle Bestand konstant fortgeschrieben werden. Für ausgeschlossene Kombinationen erfolgt keine Prognose. Weitere Regeln behandeln Ausreisser, Mengeneinheiten und den standardmässigen Ausschluss von Chargen mit einem durch den Finanzbereich definierten Abwertungskennzeichen.

Der Ausblick, seine Veränderung und seine Verlässlichkeit.

Gespeicherte Prognosestände geben Planung und Controlling drei sich ergänzende Sichten auf die Bestandsentwicklung.

  1. Der aktuelle Ausblick

    Aus den aktuellen Plandaten ergibt sich der erwartete Monatsendbestand in Menge und Wert. Anwender können von Material- und Werksdetails auf die für ihre Entscheidung relevante Gesellschafts-, Geschäftsbereichs- oder Regionalebene wechseln.

  2. Die Veränderung zwischen Prognosen

    Monatliche Prognosestände und Versionen zu Planungsstichtagen machen aufeinanderfolgende Ausblicke vergleichbar. Anwender sehen, wie sich die Prognose verändert hat, untersuchen ihre Treiber und gleichen frühere Erwartungen mit dem tatsächlichen Bestand ab.

  3. Die Genauigkeit der Prognose

    Eine monatlich berechnete Genauigkeitskennzahl vergleicht prognostizierte Bestände mit den tatsächlichen Monatsendbeständen auf Material- und Werksebene über einen definierten Zeitraum. Damit liefert die Lösung neben dem Bestandsausblick auch Rückmeldungen für die Verbesserung des Planungsprozesses.

Arbeitsergebnisse

Konkrete Arbeitsergebnisse. Fundierte Entscheidungen.

Die Gruppe nutzt eine automatisierte Prognoselösung, die unterschiedliche lokale Berechnungen durch eine gemeinsame Methode ersetzt. Sie verbindet die aktuelle Bestandssituation mit der erwarteten Entwicklung, erklärt wesentliche Treiber und misst Prognosen an tatsächlichen Ergebnissen. PROVADIT unterstützt die Spezifikation und laufende Weiterentwicklung dieser Lösung.

  • Eine konsistente Spezifikation der Bestandsgrundlagen, Prognosemethoden, Bewertungsregeln und fachlichen Sonderfälle.
  • Die laufende fachlich-technische Weiterentwicklung einer automatisierten Prognoselösung auf bestehenden Planungs- und Reportingsystemen.
  • Ein liveCache-Emulator für Planungselemente aus Kinaxis und OMP OPR, bei dem fehlende Informationen simuliert oder unter anderem aus SAP ECC und S/4HANA rekonstruiert werden.
  • Analysesichten, die den aktuellen Ausblick mit seinen Treibern, früheren Prognosen und der gemessenen Prognosegenauigkeit verbinden.

Einordnung des Mandats

PROVADIT liefert Spezifikation und Solution Engineering; die Datenteams des Kunden setzen die Business-Warehouse-Komponenten um. Den beschriebenen liveCache-Emulator entwickelte PROVADIT. Geplante Erweiterungen sind von den hier beschriebenen eingesetzten Funktionen zu unterscheiden.

Was dieses Beispiel zeigt

Eine belastbare Bestandsprognose braucht mehr als eine künftige Bestandszahl. Physischer Bestand, finanzielles Eigentum und Planungsannahmen müssen unterscheidbar bleiben, und Veränderungen müssen sich erklären lassen. Eine gemeinsame Methode auf den vorhandenen Systemen macht Prognosen konzernweit vergleichbar und anhand tatsächlicher Ergebnisse überprüfbar.

Ein Güterterminal mit Containerreihen, Bahngleisen und Kränen.

Ein fachlich verbundenes Mandat

Bestandsmodellierung und Szenarioplanung

Die erwartete Bestandsentwicklung und der rechnerische Bedarf aus Planungsparametern beantworten unterschiedliche Fragen. Eine weitere Fallstudie zeigt PROVADITs Arbeit an einem Bestandsmodell und der Szenarioplanung.

Fallstudie lesen: Bestandsmodellierung und Szenarioplanung

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