Supply Chain · Losgrössenoptimierung

Losgrössenoptimierung unter realen Bedingungen

Welche Menge sollte ein Unternehmen auf einmal produzieren oder beschaffen? PROVADIT konzipierte eine erweiterte Berechnung wirtschaftlicher Losgrössen, die Betriebskosten, künftigen Bedarf und Bestände verbindet. Datenqualität und Datenverfügbarkeit setzen der Genauigkeit dabei klare Grenzen.

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Branche
Supply Chain · Losgrössenoptimierung
Unsere Rolle
Lösungskonzeption und Spezifikation; Warehouse-Umsetzung durch die Datenteams des Kunden
Schwerpunkte & Technologien
EOQ / Andler · Kostenmodellierung · Bestandsrichtlinien
Umfang
Kostenlogik, Datenquellen, Ersatzwertregeln und Einbindung in die Bestandsberechnung

Kunde anonymisiert.

Die Ausgangslage

Welche Losgrösse ist wirtschaftlich sinnvoll, und tragen die Daten diese Aussage?

Ein internationales Unternehmen nutzte rechnerische Normbestände, um Überbestände und Planungsparameter zu prüfen. Losgrössen waren dabei ein wesentlicher Einflussfaktor: Grössere Lose bedeuten weniger Produktionsläufe oder Bestellungen, aber mehr Bestand zwischen den Versorgungsereignissen. Kleinere Lose verringern diesen Zyklusbestand, erhöhen jedoch die Häufigkeit der Bereitstellung.

Die klassische EOQ- beziehungsweise Andler-Formel wägt fixe Bestell- oder Produktionskosten gegen Bestandshaltungskosten ab. Die anspruchsvolle Arbeit liegt darin, die relevanten Kosten zu bestimmen, Daten zusammenzuführen und zu erkennen, wo Annahmen fehlende Fakten ersetzen.

Unser Beitrag

PROVADITs Beitrag

PROVADIT konzipierte das erweiterte Kostenmodell, definierte Datenquellen und Ersatzwertregeln und spezifizierte die Einbindung in den Zyklusbestand der Bestandsberechnung. Die technische Umsetzung auf der zentralen Business-Warehouse-Plattform übernahmen die Datenteams des Kunden.

  1. Die Kosten von Eigenfertigung und Einkauf abbilden

    Die fixen Kosten eines Versorgungsereignisses gehen über eine einzelne Rüstgebühr hinaus. Das Konzept berücksichtigt Rüsten und Abrüsten, Qualitätsprüfung, Transport und Beschaffungsabwicklung. Je nach Eigenfertigung, Fremdbeschaffung oder gemischtem Bezug werden die passenden Kostenbestandteile ausgewählt.

  2. Künftigen Bedarf und passende Bestandshaltungskosten nutzen

    PROVADIT legte den geplanten Primär- und Sekundärbedarf der kommenden zwölf Monate als Bedarfsbasis fest. Stückbewertung und materialgruppenspezifische Bestandshaltungskostensätze ergänzen die wirtschaftlichen Eingaben. Fehlt ein spezifischer Satz, greift ein definierter Standardwert.

  3. Ersatzwerte mit klaren Grenzen festlegen

    Wo Kosten auf Material-Werk-Ebene fehlten, sah das Konzept definierte Hierarchien übergeordneter Produkt- oder Standortgruppen und Standardansätze vor. Damit lässt sich ein grösserer Teil des Portfolios berechnen. Zugleich sinkt die Genauigkeit für das einzelne Material: Ein Ersatzwert bleibt eine Annahme über dessen tatsächliche Kosten.

  4. Das Ergebnis für Bestandsentscheidungen nutzbar machen

    Die erweiterte EOQ-Berechnung fliesst in den Zyklusbestand des Normbestands ein. So werden Losgrössenentscheidungen mit Überbestandsanalysen, der Prüfung von Planungsparametern und dem gebundenen Kapital verbunden. Das Ergebnis dient als Prüfgrundlage und löst keine automatischen Auftragsänderungen aus.

Einblick in die Arbeit

Wo die Berechnung an Grenzen stösst

Eine mathematisch korrekte Berechnung kann als Planungsgrundlage trotzdem ungeeignet sein. Datenverfügbarkeit, Datenqualität und betriebliche Umsetzbarkeit müssen zusammen mit dem Ergebnis beurteilt werden.

  1. Datenverfügbarkeit begrenzt die Genauigkeit

    Rüst-, Prüf- und Transportkosten liegen nicht für jedes Material und jeden Standort in gleicher Detailtiefe vor. Verdichtete Werte und Standards schliessen Berechnungslücken, liefern aber keine nachträgliche Gewissheit über die fehlenden Einzelkosten.

  2. Datenqualität bestimmt die Aussagekraft

    Bedarf, Kalkulation, Bewertung, Beschaffungsarten und Materialhierarchien stammen aus unterschiedlichen Quellen. Widersprüchliche oder veraltete Eingaben können den wirtschaftlichen Vergleich verzerren, obwohl die Formel korrekt ist.

  3. Künftiger Bedarf bleibt unsicher

    Prognoseänderungen, Produktwechsel und Verschiebungen im Sekundärbedarf verändern die berechnete Losgrösse. Eine vorausschauende Bedarfsbasis macht das Modell für die Planung relevant, beseitigt aber keine Bedarfsunsicherheit.

  4. Eine wirtschaftliche Menge muss umsetzbar sein

    Mindestchargen, Mindestbestellmengen, Anlagenkapazität, Reinigung, Verpackung, Haltbarkeit und Qualitätsfreigaben können einer direkten Übernahme der berechneten Losgrösse entgegenstehen. Diese Einschränkungen erfordern eine gesonderte betriebliche Prüfung.

  5. Ein lokales Optimum kann Kosten verlagern

    Weniger Zyklusbestand an einem Standort kann zusätzliche Rüstvorgänge, Transporte oder Bestände an anderer Stelle verursachen. Die Referenz muss deshalb im Versorgungsnetz betrachtet werden, über das einzelne Material und Werk hinaus.

Arbeitsergebnisse

Konkrete Arbeitsergebnisse. Fundierte Entscheidungen.

Die Konzeption gibt Planungsteams eine vollständigere Grundlage, um Losgrössen und ihre Bestandswirkung zu diskutieren. Zugleich wird deutlich, wo die Berechnung auf Gruppenkosten oder Standardannahmen beruht und wo vor einer belastbaren Entscheidung bessere Quelldaten nötig sind.

  • Ein Kostenmodell, das Eigenfertigung, Fremdbeschaffung und gemischte Bezugsszenarien unterscheidet.
  • Spezifizierte Eingaben für Bedarf, Bewertung und Bestandshaltungskosten mit dokumentierten Datenquellen.
  • Ersatzwerthierarchien, die den Zielkonflikt zwischen Berechnungsabdeckung und Genauigkeit deutlich machen.
  • Eine nachvollziehbare Losgrössenreferenz mit Bezug zum Zyklusbestand und zur Analyse der Bestandsrichtlinien.

Einordnung des Mandats

Das Mandat umfasste die Berechnungslogik und ihre Einbindung in das Bestandsmodell. Produktionsplanung, Bestellentscheidungen und die betriebliche Beurteilung einer vorgeschlagenen Losgrösse bleiben Aufgaben der Kundenteams.

Was dieses Beispiel zeigt

Losgrössenoptimierung braucht den Austausch zwischen Planung, Betrieb, Einkauf und Finanzen. Ein kleineres Los kann Bestände senken und gleichzeitig Rüst- oder Transportkosten erhöhen. Entscheidend ist eine nachvollziehbare Abwägung mit klaren Annahmen und einem offenen Blick darauf, wo bessere Daten benötigt werden.

Ein Güterterminal mit Containerreihen, Bahngleisen und Kränen.

Ein fachlich verbundenes Mandat

Bestandsmodellierung und Szenarioplanung

Eine weitere Fallstudie erläutert, wie unterschiedliche Bestandsbausteine in ein übergreifendes Bestandsmodell einfliessen.

Fallstudie lesen: Bestandsmodellierung und Szenarioplanung

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